Trocken auf Äschen

Worauf es wirklich ankommt

Schiers, 03.06.2021

Situation

Es gibt sie, diese wunderschönen Momente an an einem lauen Sommerabend. Der Wind, welcher dir tagsüber eine saubere Präsentation deiner 20er Trockenfliege unmöglich gemacht hat, ist Geschichte. Die Insekten nutzen die flache Sonneneinstrahlung und das aufgewärmte Wasser zum Schlupf. Die Äschen zeigen sich endlich an der Oberfläche. Vom Ufer aus betrachtest du einen wunderschönen Fisch. Die Fahnenträgerin schlürft im regelmässigen Abstand kleinste Insekten aus dem Wasserfilm. Fast schon kitschig, gäll?

Schnell montierts du dein Lieblingsmuster. Eine CDC F-Fly in der Grösse 19. Das 9 Fuss Vorfach ist bestückt mit einem 0.14 mm Tippet. Du positionierst dich flussabwärts, hinter dem Fisch. Erster Wurf.  Nix. Zweiter Wurf, nix. Dritter Wurf, nix. Die schöne Äsche kommt jedoch regelmässig hoch. Irgendwas machst du falsch. 

Fehlerquellen

Du hast gleich mehrere Fehler begangen.

Fehler 1: Fly first
Das Anwerfen von heiklen Äschen sollte wenn möglich von oben geschehen. Sprich: Positioniere dich oberhalb des Fisches. Äschen verzeihen dir zwar mehr Sichtkontakt als Forellen, jedoch solltest du nicht im Bear Grylls Style durchs flache Wasser rennen. Alles hat seine Grenzen. Nun wirfst du deine Trockene flussabwärts in Richtung Fisch. Platziere deine Fliege dabei nicht direkt vor dem Ziel, sondern gib ruhig vier bis fünf Meter Vorlauf. Durch den Wurf flussabwärts treibt deine Federpracht nun auf einer geraden Bahn auf die Äsche zu. Füttere mit deiner Schnurhand reichlich Leine nach, damit die Fliege nicht driftet. Falls du quer oberhalb des Fisches stehst, empfehle ich dir, den Vorwurf frühzeitig und knackig in der Luft zu stoppen. Es resultiert ein kleines, gewolltes Schnurdesaster auf dem Wasser. Die Fliegenschnur landet nicht gespannt wie ein Pfeilbogen auf der Wasseroberfläche, sondern bietet einige schöne Wellen, welche dem wegdriften entgegenwirken. Dann, wie oben beschrieben, füttere reichlich Schnur nach. Versuchs aus! Du wirst erstaunt sein was die Flyfirst Präsentation bewirken kann.

Fehler 2: Vorfach und Tippet
Lass das Stahlvorfach und die Seilwinde zu Hause. Die Äsche ist ein schöner, kräftiger Fisch. Dennoch hat sie den Auftritt in DMAX's "Flussmonster" öfters verschieben müssen. Du kannst, oder noch besser, du musst die edle Dame mit Respekt behandeln. Äschen sehen gut. Ein Tippet von 0.14 mm ist an der oberen Grenze für die Fischerei mit der Trockenen. Da Äschen gerne kleine, sehr spärlich gebundene Fliegen mögen, empfehle ich dir eine feine Vorfachspitze. 0.12mm oder sogar 0.10mm passen da gut. Gerne möchte ich hier noch erwähnen, dass diese Fischart bis zum bitteren Ende kämpft. Drill deine Äsche hart und schnell und zeig keine "oh, schau wie schön, ich hab eine dran" Show. Bei einem Release ist sonst die zarte Königin total erschöpft und verendet möglicherweise qualvoll. Mit einer 2er Rute und einem 0.10er Tippet eine 50er Äsche reinzuwürgen ist für mich dem Spaghetti-im-Teller-Schneiden gleichzusetzen. Einfach geschmackslos.

Zurück zum Vorfach: Ich fische in den meisten fällen ein gezogenes Vorfach mit einer Länge von 12ft. (3.6m) und ergänze dieses mit einem Meter Tippet der Stärke 0.12mm. Ja, das ist lang. Aber glaub mir, hier darfst du den längsten haben. Ein langes Vorfach reduziert die Scheuchwirkung und hilft bei der sauberen Präsentation. Zu kurze Leader führen deine Fliege oft ins Surfers Paradise.

Fehler 3: Die Fliege
In der Ausgangssituation habe ich von der F-Fly in der Grösse #19 gesprochen. Es ist nichts falsch an dieser Fliege. Im Gegenteil. Eine feine CDC F-Fly gehört in jede Fliegenbox. Sie ist fein, schwimmt dank Pulver oder Öl sehr gut, reizt auch heikle fische und ist schnell gebunden.
Wenn ich mit der Trockenen auf Äschen fische, habe ich genau zwei verschiedene Muster dabei. Nr. 1: die Obengenannte. Nr. 2: Die Shuttle Cock. Ja, ha ha ha, ich weiss, ich habe Cock gesagt (zu deutsch: Männliches Geschlechtsteil). Die Shuttle Cock imitiert jedoch ein im Wasserfilm kleben gebliebenes, schlüpfendes Insekt. Beispielsweise eine Zuckmücke. Die Fliege, oft in der Grösse 14-18 gefischt, sinkt mit dem Hakenbogen ins Wasser ein und durchbricht somit die Oberflächenspannung. Ja und jetzt?!
Nun, es gibt sie, diese Situationen wo die Fische "steigen", jedoch deine Trockene ignorieren. Dann weisst du nun, dass sie möglicherweise in dieser Situation ein wehrloses, schlüpfendes Insekt vorziehen. Stell dir folgende Situation vor: Du gehst ins Restaurant mit dem goldenen M. Du möchtest einen Burger bestellen, weisst jedoch noch nicht welchen. Schlussendlich bestellst du einen Cheesburger mit Speck und sicher keine Chicken Nuggets. Genau so ist es mit den Fischen. Hör auf deine ganze Fliegenbox durchzugehen. Die Äschen mögen Burger. Nun ist die Frage ob mit Speck oder ohne.

Tackle

Eine Rute für 1000 Euro sollte es schon sein. Dazu eine Rolle mit fein justierbarer Carbon Scheibenbremse und 100 Meter Backing. BULLSHIT!
Benutze bei dieser Fischerei eine Fliegenrute der Klasse 4/5. Ja, auch eine 3er oder 6er Rute geht. Da die Präsentation filigran daherkommt und die Fische trotz weichem Maul schnell gedrillt werden wollen, eignet sich eine feinere Allroundrute tip top. Die Aktion der Rute muss dir passen, nicht dem Fisch. Eine Rutenlänge zwischen 8.6 - 9.6 ft. passt schon. Die Rolle ist, wie wir Schweizer das nennen "Hans wie Heiri". Also völlig egal. Brauche eine nicht zu plumsige Schwimmschnur und mach kein Theater um dein Tackle. Vermeide die oben genannten Fehlerquellen und die Fische werden dir danken. 

Also, Rute raus, der Spass beginnt. Viel Spass am Wasser und tight lines!



hechtfischen am pfäffikersee mit der fliegenrute

Grosses maul, viel dahinter

Ich zeige dir, wie der der Jäger zum Gejagten wird

Schiers, 21.04.2021

Rute und Rolle

Die Rute muss Power haben. Schliesslich schleuderst du über 20 cm lange Streamer dem Horizont entgegen. Ich empfehle die Schnurklasse 8 oder 9. Natürlich geht für kleine Büschel auch eine 7-er und für den Mobby Dick auch eine 10er oder 11er. Jedoch bist du mit einer 8/9er komfortabel unterwegs und für die meisten Situationen optimal gerüstet.

Es muss keine teure hightech Rute sein. 9 Fuss, begelitet von einer medium-fast Aktion, passt wunderbar. Ich habe mit einer über 30 Jahren alten Rute ins Backing geworfen. Also lasst das dicke Portemonnaie zu Hause und investiert ins Wurftraining.

Die Rolle muss eine Bremse haben und deine Schnur aufnehmen. Hechtschnüre sind oft ziemliche Wäscheleinen, also denke an genügend Platz auf Spule. Die Bremse sollte justiert werden können, muss jedoch weder einen Walfisch bodigen noch aus Aluminium der NASA gefertigt sein. Meine Freunde, ihr geht Hechtfischen und braucht keine Seilwinde für den Pistenbully.

Ich fische eine Kasettenrolle. So muss ich nicht viel Geld für Ersatzspulen ausgeben und habe ausreichend Platz im Tagesrucksack. 

Schnur


Der Duden definiert das Wort "Keule" als "Schlagwaffe mit einem verdickten Ende". Und solch eine Waffe braucht ihr für die fetten Streamer. Eine massive Keule brauchts. Das Gewicht soll sich auf das vordere Ende der Leine konzentrieren. Sonst wirfst du den Federbüschel keine  10 Meter weit.

Keule, Gewicht, Masse, what the ***?! Okay, kurz und bündig: Für die Fliegenfischerei auf Hecht brauchst du eine Fliegenschnur für den Hecht. Der Hersteller ist egal, ziemlich alle machen coole Leinen. Jedoch musst du auf das Wurfgewicht achten. Wie immer ist das Wirrwarrr im Leinenjungel ziemlich gross und die Anbieter klassifizieren die Schnüre unterschiedlich. Da bleibt dir nur ausprobieren oder nachmessen. Falls du einer der Glücklichen bist und weisst, wie viele Gramm (oder Grain) deine Rute wirft, so kannst du auf der Verpackung der Schnur oftmals auch das Keulengewicht ablesen. Wirft deine Rute optimal 26 Gramm, nimmst du eine 26 Gramm Keule.  Falls du keine Angabe hast aber eine vorhandene Schnur, so kannst du die ersten 11 Meter abmessen und mit der Küchenwaage vermessen. Falls keiner der beiden Fälle eintrifft, gehe mit deiner Rute in den nächsten (kompetenten) Laden und lasse dich beraten.

Schwimmschnur, Intermediate oder Sinkschnur? Das Angebot an Spezialschnüren ist riesig. Ich besitze drei verschiedene Schnüre für die Hechtfischerei: 

  • Die Schwimmschnur ist mein Favorit im Mai und Juni. Die Hechte stehen im Flachwasser und jagen der Beute gerne an der Oberfläche nach.
  • Die Sink3 ist so ein Zwischending. Wenn die Hechte in ca 2-4 Meter tiefe stehen, kannst du sie dann mit langsamer Führung reizen.
  • Die Sink7 fische ich im Hochsommer und Herbst, wenn die Fische Grundnah stehen. 


Zu Beginn reicht meiner Erfahrung nach eine Schwimmschnur mit einsinkender Keule. Der Hecht kommt gut und gerne mal 2 Meter aus der Tiefe und schnappt sich die Fliege.  Als Ergänzung würde ich eine S3 kaufen. Da kommt man tiefer runter. Die Sink 7 ist für extreme tiefen gemacht. (6-9 Meter)
Von Schussköpfen beim Hechtfischen bin ich kein Fan. Viele Bisse erhalte ich vor den Füssen und das Einholen des Schusskopfes durch die Rutenringe macht keine Freude.

Vorfach

Keep it simple and stupid:

  • Schwimmschnur = 2 Meter 0.50mm Nylon oder Fluorocarbon + Stahl oder Titan
  • Sinkschnur = 1 Meter 0.50mm Nylon oder Fluorocarbon + Stahl oder Titan


Ja, diese Vorfachstärke kennen die meisten Fliegenfischer höchstens aus "Flussmonster" von DMAX. Dennoch würde ich nicht feiner Fischen. Die Fliege kann sonst nicht abrollen und wird herumgeschleudert wie ein betrunkener Teenager auf einer Chilbibahn. Zudem ist der Hecht bei der Jagd nicht heikel. 
Titan oder Stahlvorfach, das kannst du entscheiden. Es gibt auch jene, welche darauf verzichten. Ich persönlich bevorzuge ein feines, verschweissbares Stahlvorfach und bin derzeit auf der Suche nach einer alternative aus Titan.

fliegen

Gross, bunt, schlicht, glitzern oder neon. Die Wahl der richtigen Fliege ist Erfahrungssache und variiert von Gewässer zu Gewässer. Es braucht jahrelange Erfahrung und viel Talent, um sich für das richtige Modell in der Box zu entscheiden...
Seien wir mal Ehrlich: Der Hecht ist ein Jäger. Er kann gereizt werden und knallt selbst auf einen Schuhbändel mit Lametta aus Mammas Weihnachtskiste. Ich habe schon Hechte gefangen mit Farben und Muster, bei welchen ich mich geschämt habe, sie überhaupt anzuknüpfen. 

Eine gute Hechtfliege ist:

  • Mit leichten, wasserabweisenden Materialien gebunden
  • Auf einen grossen, stabilen Haken gebunden
  • 15 cm lang oder grösser
  • Agil im Wasser mit schönem Spiel


Alles andere ist Geschmacks -und Vertrauenssache. Ich fische gerne Helle Farben an hellen Tagen und dunkle Farben an dunklen Tagen. Etwas Flash ist so gut wie immer dabei.

Tipps und tricks

  • Im Mai und Juni stehen die Hechte im flachen Wasser. Also fische auch dort. Mut dazu!
  • Die Fliege langsam führen. Ein Strip, auf 2 Zählen, nächster Strip
  • Vorsicht beim Werfen. Ein Haken der Grösse 0/4 im Auge macht dich zum Hechtpirat. Also zieh eine Brille an
  • Ein Schnurkorb kann deine Nerven schonen. Weite Würfe sind von Vorteil
  • Eine lange Lösezange verhindert blutige Fingerlein
spikes an den watschuhen beim fliegenfischen

Rutschpartie

Like the spikes!

Watjake = 200 CHF +
Rute inkl Rolle = 800 CHF+
Handgelenk = Unbezahlbar
Schwimmen im Fluss bei 3 Grad Celsius = Lebensgefährlich

Situation 1:
Die schöne Forelle, welche am anderen Ufer immer steigt, kann nur dank einer waghalsigen Kamikaze Aktion angeworfen werden.. Rein ins klare, reissende, ***kalte Wasser. Zuerst bis zum Knöchel, dann bis zum Knie, eventuell bis zum Oberschenkel und....shit! Schnell ist der Halt auf dem moosigen Stein verloren. Die Rute fliegt in hohem Bogen durch die Luft, das Handgelenk  knackt und das Wasser füllt die Wathose inkl. Smartphone langsam aber sicher. 

Situation 2: 
Zuhause werden Spikes Montiert. Das Wasser wird genau analysiert und als sicher empfunden. Vorsichtig suche ich halt am Grund des Flusses... unnd werfe die Forelle mit einem schönen Wurf gemütlich an.

Spikes und Studs. So werden die Metal-Teiler an der Sohle genannt. Der grösste Feind jedes Holzbodens ist im Fluss seit einiger Zeit mein treuer Freund. Sie schützen mich vor dem ausrutschen im Wasser und ermöglichen ein sicheres erklimmen der felsigen Uferpartien.
 
Zugegeben: Günstig sind sie nicht. Zwischen 20 und 30 CHF kosten ca. 15 Spikes. Ab und zu fallen sie auch ab. Dann brauchts auch noch ca 10 Stück pro Schuh! 

Aber: Verglichen mit einem Arztbesuch sind sie günstig.
Studs (flach) oder Spikes (stachlig) sind schnell und bequem montiert und es gibt viele verschiedene Modelle. Da ich hier keine Werbung machen möchte und auch keine Werbung machen darf, empfehle ich den Besuch des gut sortierten Ladens deiner Wahl. 
Oder schreibe mir eine Nachticht per Kontaktformular. Ich helfe dir gerne weiter

Also: Steigeisen Montieren und los geht's!

Hier könntest du dich kurz vorstellen und erklären, was du tust. Was macht dich besonders, und wie kannst du deinen Kunden helfen? Das muss gar nicht lang sein. Eigentlich ist es sogar eine gute Idee, den Text möglichst kurz zu halten, weil die meisten Leute nicht viel auf Bildschirmen lesen möchten.

eine frage des pegels

Nur beschränkt erinnere ich mich an die wilden Partynächte meiner Jugendzeit. Das kühle Blonde floss wie ein Bergbach im Zillertal und die Stimmung erhob sich in unendliche Sphären. Was ich mit 18 Jahren gelernt habe, kann ich heute noch anwenden: Auf den richtigen Pegel kommt es an! 
Natürlich geht es in meinem Bericht nicht um den Alkohol. Meine Stimmung positiv beeinflussen kann der optimale Wasserstand des nahe gelegenen Baches genau so gut. In diesem Artikel erkläre ich euch, wie ich mich auf einen Fischertrip vorbereite und bei welchen Bedingungen ich am liebsten fischen gehe.

Zahlen lügen nie

Klar. Ein vorzeitiger Inspektionsbesuch des Gewässers ist das Beste. Verbunden mit einem Spaziergang kann der Wasserstand und die Farbe genau analysiert werden. Wenn der Bach jedoch 40 Autominuten entfernt liegt, so habe ich zwei Möglichkeiten:
1. Blind drauf los fahren, 40 Minuten hin, shit braunes Hochwasser, 40 Minuten zurück
2. Ich analysiere die hydrologischen Daten vom Bund

Als beschränkt begeisterter Autofahrer bevorzuge ich die Variante 2. Auf https://www.hydrodaten.admin.ch/ finde ich ein riesiges Sammelsorium an Messdaten. Falls du Glück hast, findest du auf dieser Seite deinen Zielbach.
Hier ein Beispiel der Emme bei Eggiwil: https://www.hydrodaten.admin.ch/de/2409.html
Du findest zwei wichtige Datenquellen in dieser Grafik

  • Den Pegel, also den Wasserstand
  • Die Abflussmenge in Kubikmeter  pro Sekunde


Doch wie weiss ich nun, welche Zahl die optimale Ausgangslage für meinen Fischertrip garantiert? Nunja, die gibt es nicht. Die "Geheimzahl" musst du dir erarbeiten. An der Emme bei Eggiswil beispielsweise sind es zwischen 2 und 8 m3/s. Sind es weniger, stottert das Bächlein wie ein AHV Rentner mit einer Prostata-Erkrankung. Kommt hingegen mehr als 8 m3/s erinnert mich die Emme an meinen Kollegen Fabio, welcher bekannt für seinen ausgedehnten Harn....egal, lassen wir das.
Den Richtwert lese ich nach einem optimalen Tag am Wasser im Internet ab und merke mir diesen. So entwickle ich ein Gefühl für das Gewässer. Dabei orientiere ich mich hauptsächlich an der Abflussmenge. Der Pegel kann im Vergleich zur Wassermenge nur leicht schwanken.

Der Schönwetter Fischer

Nach einem Regentag kommt nun also 1 m3/s zu viel Wasser. Der Bach wird trübe sein, vielleicht sogar Kaffeebraun. "Stay at home" kannst du allenfalls in Verbindung mit dem Coronavirus praktizieren. Die Zahlen im Internet sollen dir helfen, die wirklich üblen Bedingungen zu erkennen. Falls der Bach jedoch fischbar ist, lohnt sich ein Besuch immer. Es geht ja auch darum, die Natur zu geniessen und Zeit an der frischen Luft zu verbringen. Also lasst euch nicht manipulieren von den Daten.

Die Qual der Wahl

Nun, die perfekten Bedingungen am Wasser kennen wir alle. Zumindest aus den Träumen. Der Bach kommt Glasklar, der Himmel leicht Bedeckt, aber trotztem schön sonnig. Die 60 cm grosse Forelle steht in der Strömung und nimmt eine Mayfliege nach der anderen. Ich montiere in Slow Motion die Fliege und Werfe... Ja, es gibt sie, diese Tage. Aber wir befinden uns nicht im neusten Webefilm der Marke mit S, sondern an einem Bach in der Schweiz. Das Wasser kommt leicht trüb, ist erhöht und es regnet schon wieder. Kein Fisch zu sehen, weit und breit. Nun, als Fliegenfischer stehen uns grundlegend vier verschiedene Fliegenarten zur Wahl: Trocken, Nass, Nymphe und Streamer. Doch welches Muster wird wann eingesetzt? Das ist meines Erachtens vom Fischer und den Konditionen abhängig. Der Purist nimmt auch dann die Trockene, wenn der Rheinfall plötzlich im Emmental liegt. Der Nymphensteckenwedler ignoriert selbst den schönsten Schlupf .Der Streamerfischer muss hald einfach irgendwie an etwas rumzupfen. Und der Nassfliegenfischer ist sowieso seit 1.5 Mio Jahren (unberechtigterweise) ausgestorben.  Es gibt kein richtig oder falsch. Ich bevorzuge diese Methoden:

  • Wasser glasklar, Fische steigen = Trockenfliege
  • Wasser klar oder angetrübt, fische buckeln = Nassfliege, Emerger
  • Wasser angetrübt und keine Fische zu sehen = Streamer oder Nymphe
  • Kein Wasser = Keine Fliege


To be honest: Wie so vieles ist beim Fliegenfischen die Erfahrung das Wichtigste. Sämtliche Tipps, Tricks und klugscheisser Ratschläge in diesem Blog sollen euch helfen, eine möglichst tolle Zeit am Wasser zu verbringen. Also lasst euch nicht irritieren, falls ihr andere Erfahrungen gemacht habt! 

Tight lines!